Ziel des MyBuddy Programms ist Integration durch Freundschaft zu fördern. Warum das MyBuddy Programm neben zahlreichen Flüchtlingsprojekten trotzdem eine sinnvolle und wichtige Ergänzung darstellt, möchten wir nachfolgend erläutern:

Wesentlicher Unterschied des MyBuddy Programms im Vergleich zu den meisten bestehenden Flüchtlingsprojekten besteht in der gänzlichen Abschaffung von direkten und indirekten Teilnahmebarrieren. Damit soll möglichst vielen Menschen die aktive Teilnahme am Integrationsprozess ermöglicht werden. Denn nur wenn die Integrationsaufgabe von einer breiten Zivilgesellschaft getragen wird, kann sie erfolgreich sein.

Zeitliche Barrieren
In den meisten Gemeinden leisten kleine Gruppen von Ehrenamtlichen großartige Flüchtlingsarbeit. Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung hat jedoch noch nie persönlichen Kontakt zu Geflüchteten gehabt. Nicht selten kommt es vor, dass Interessierte sich nicht engagieren können, weil schlicht der Wochentag unpassend war, sie starre Voraussetzungen nicht erfüllten oder ein Projekt und dessen Formalien zu aufwendig und zeitintensiv sind. So gibt es z.B. einige Fälle, in denen Studenten ihre Unterstützung in Flüchtlingshilfen abgelehnt wurde, weil sie keine Verfügbarkeit von mind. einem Jahr sicherstellen konnten. Für solche und ähnliche Situationen möchte ich mit dem zeitlich flexiblen MyBuddy Programm Abhilfe schaffen und ein Programm anbieten, bei dem jeder Bürger mit seinem individuellen Zeitbudget als ziviler Integrationsbotschafter aktiv werden kann.

Fachliche Barriere
Anders als viele bestehende Programme, die v.a. in der Anfangsphase der Flüchtlingsarbeit entstanden sind, geht es beim MyBuddy Programm nicht um einseitige Hilfestellungen. Solche unterstützenden Projekte sind gerade für Geflüchtete in der Anfangsphase sehr wertvoll und werden bereits in großer Vielfalt angeboten. Das MyBuddy Programm möchte hier anknüpfen und Geflüchtete in der zweiten Phase noch stärker in unsere Gesellschaft einbinden. Unser Schlüsselkonzept lautet freundschaftlichen Austausch auf Augenhöhe zu ermöglichen und zu fördern. Für eine Teilnahme bedarf es deshalb keiner speziellen Vorerfahrung in der Flüchtlingsarbeit oder andere Fachkenntnisse.

Web-basierte Plattform für Synergien und Effizienz
Durch eine web-basierte Plattform wird zudem das Anmeldeverfahren für die Teilnehmer vereinfacht: So ist die Online-Anmeldung innerhalb von 2 min möglich und es wird auf aufwendige Auswahlverfahren und Vorgespräche verzichtet. Denn jeder Mensch qualifiziert sich für die Aufnahme von neuen Kontakten und Freundschaften.
Des Weiteren schafft eine zentrale Plattform Synergien: Zwar gibt es vereinzelt in Gemeinden Initiativen, die dem MyBuddy Programm ähneln, allerdings haben diese oft keinen Internetauftritt und sind fragmentiert. Durch eine gemeinsame Dachmarke werden Kosten gespart und die Reichweite erhöht. Zudem bietet die Plattform einen organisatorischen Rahmen um auch in kleinen Gemeinden und ländlichen Regionen ein Buddy Programm anzubieten.

Für Informationen zum Hintergrund, der Zielsetzung und dem Mehrwert des MyBuddy Programms könnt Ihr auch im Interview der Schwetzinger Zeitung mit der Jugenddelegierten Weihua Wang nachlesen: